Barbara Loftus
Eine Enterbung/A Disinheritance
Seit mehr als drei Jahrzehnten setzt sich die britische Malerin und Filmemacherin Barbara Loftus künstlerisch mit der frühen Lebensgeschichte ihrer deutsch-jüdischen Mutter Hildegard Basch auseinander. Die Ausstellung „Eine Enterbung“ im Haus am Lützowplatz ist das Ergebnis dieses intensiven Recherche- und Kunstprojekts. Das Buch dokumentiert die Ausstellung im Haus am Lützowplatz und ergänzt sie um weitere Materialen. Eine Chronik dokumentiert zum Beispiel die rasante Entrechtung der jüdischen Bevölkerung Deutschlands ab 1933.
Erst im späten Alter von 79 Jahren begann die Mutter aus einer zufälligen Situation heraus über einen bislang unterdrückten Teil ihrer Vergangenheit mit der 1946 in England geborenen Tochter zu sprechen: Da war das Berlin-Schöneberg der 1920er-Jahre, die großbürgerliche Wohnung in der Lutherstraße 51, später Keithstraße 14, in der Hildegard Basch mit ihren Eltern Sigismund und Herta und ihrem Bruder Heinz aufwuchs.
Und da war die ab 1933 einsetzende systematische Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung, die zu Verfolgung, Deportation und Vernichtung ihrer Familie führte. Die Großeltern und der Onkel der Künstlerin wurden 1942 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet; die Mutter emigrierte 1939 als junge Frau nach England. Die aufgezeichneten Erinnerungen ihrer Mutter bilden das Zentrum einer in unterschiedlichen Medien bis heute fortgeführten Werkserie von Barbara Loftus.
Herausgeber: Marc Wellmann (Haus am Lützowplatz)
Gestaltung: Andreas Koch
Texte: Marc Wellmann, Lutz Winckler und Barbara Loftus
112 Seiten
Halbleinenband, Hardcover
deutsch / englisch
112 Seiten
20 x 27 cm
April 2026
ISBN 978-3-910541-29-0